Wo Zaren und Stalin Hof hielten: Nach sechsjähriger Renovierung öffnete das Moskauer Bolschoi-Theater wieder seine Türen. Der Phantasie der Regisseure sind auf der neuen Bühne keine Grenzen mehr gesetzt.
Als eines der schönsten Theater der Welt hat das Bolschoi eine prunkvolle und turbulente Vergangenheit. Feuer, Revolutionen und Weltkriegsbomben haben über die Jahrzehnte ihren Tribut gefordert, unter dem Kommunismus wurde das Gebäude beinahe abgerissen, dann aber in Staatspropaganda gehüllt.
Als eines der schönsten Theater der Welt hat das Bolschoi eine prunkvolle und turbulente Vergangenheit. Feuer, Revolutionen und Weltkriegsbomben haben über die Jahrzehnte ihren Tribut gefordert, unter dem Kommunismus wurde das Gebäude beinahe abgerissen, dann aber in Staatspropaganda gehüllt.
Der 28. März 1776 gilt als Geburtstag des Bolschoi Theaters in Moskau. An diesem Tag gab Kaiserin Katharina die Große dem russischen Fürsten Ussurow das Privileg, Vorführungen, Bälle und Maskeraden zu veranstalten und eine Theatertruppe zusammenzustellen. Das erste Theater befand sich in der Petrowsskij Straße und hieß deswegen Petrowsskij. Eröffnet wurde es am 30. Dezember 1780. Das Theater hatte Finanzierungsschwierigkeiten und wechselte mehrmals den Besitzer.
Der Fantasie der Regisseure sind im neuen alten Bolschoi so gut wie keine Grenzen mehr gesetzt – theoretisch zumindest. Denn das Moskauer Publikum ist nicht gerade offen für moderne Inszenierungen. Hier schätzt man noch die traditionelle Ausstattungsoper, und die passt auch bestens zur originalgetreu wiederhergestellten Optik des Baus. Das erste Gebäude ließ Fürst Peter Urussow 1780 im Auftrag von Zarin Katharina II. errichten. Beim Brand 1805 – Moskau sollte den anrückenden Truppen Napoleons nicht in die Hände fallen – wurde es völlig zerstört. Der 20 Jahre später von Joseph Bové errichtete Neubau im klassizistischen Stil brannte 1853 aus, mit der Wiederherstellung wurde der Italiener Alberto Camillo Cavos beauftragt. Auf ihn geht die kostbare Innenausstattung des 1856 erneut in Betrieb genommenen Theaters zurück, die jetzt so liebevoll rekonstruiert wurde.
Sogar beim Klebstoff für die Vergoldung griff man auf ein Rezept aus dem 19. Jahrhundert zurück: Wodka, der mit abgestandenem Eiweiß verquirlt wird. Dünner als ein Menschenhaar ist wiederum die darauf von Hand aufgetragene Goldschicht. Dennoch verschlang der Große Saal rund fünf Kilo davon. 300 Gramm gingen allein für die Vergoldung des acht Meter hohen Lüsters drauf, der aus 15000 Elementen aus Bergkristall besteht und erst kurz vor der Wiedereröffnung aufgehängt wurde.
Vor allem durch die Bühnenumbauten hat sich die Fläche des Theaters von ursprünglich 40 000 Quadratmetern jetzt nahezu verdoppelt. Neben der Hauptbühne gibt es ein neues Kammertheater im Untergeschoss, auch die während der Baumaßnahmen seit 2005 genutzte Ersatzspielstätte wird weiterbetrieben. Dank 2500 Betonpfeilern, die dreißig Meter tief in den morastigen Untergrund gerammt wurden, steht das Haus jetzt auch wieder auf sicheren Füßen. Die über 200 Jahre alten Holzpfähle, auf denen das Bolschoi ruhte, waren morsch und für die tonnenschwere Bühnentechnik der Moderne ohnehin nicht ausgelegt. Der Austausch gestaltete sich jedoch schwieriger als erwartet. Vor allem damit erklärte das Staatsfernsehen auch, dass sich die Bauzeit fast verdoppelt hat. Drei Jahre waren zunächst geplant. Auch die Kosten explodierten, Millionen, so heißt es, sollen in dunklen Kanälen versickert sein.
Heute verfügt das Bolschoi-Theater über 1.700 Zuschauerplätze und es arbeiten etwa 900 Schauspieler, Tänzer, Sänger und Musiker dort. Die Stars sind meistens auf Tournee in aller Welt unterwegs und daher selten in Moskau anzutreffen.
Ein Besuch des Bolschoi-Theaters gehört oft zum Programm eines Moskautouristen. Eintrittskarten für die oberen Ränge sind bereits ab etwa acht Euro zu bekommen. Kartenhändler vor dem Eingang verkaufen die Karten jedoch zu weit überteuerten Preisen, da die Veranstaltungen meist restlos ausverkauft sind.
Für eine grundlegende Renovierung und Restaurierung von Mitte 2005 bis Ende Oktober 2011 war das Bolschoi-Theater geschlossen. . Am 28. Oktober 2011 wurde das Haus wiedereröffnet
Wichtig: Dritten Gong nicht verpassen!
Der Fantasie der Regisseure sind im neuen alten Bolschoi so gut wie keine Grenzen mehr gesetzt – theoretisch zumindest. Denn das Moskauer Publikum ist nicht gerade offen für moderne Inszenierungen. Hier schätzt man noch die traditionelle Ausstattungsoper, und die passt auch bestens zur originalgetreu wiederhergestellten Optik des Baus. Das erste Gebäude ließ Fürst Peter Urussow 1780 im Auftrag von Zarin Katharina II. errichten. Beim Brand 1805 – Moskau sollte den anrückenden Truppen Napoleons nicht in die Hände fallen – wurde es völlig zerstört. Der 20 Jahre später von Joseph Bové errichtete Neubau im klassizistischen Stil brannte 1853 aus, mit der Wiederherstellung wurde der Italiener Alberto Camillo Cavos beauftragt. Auf ihn geht die kostbare Innenausstattung des 1856 erneut in Betrieb genommenen Theaters zurück, die jetzt so liebevoll rekonstruiert wurde.
Sogar beim Klebstoff für die Vergoldung griff man auf ein Rezept aus dem 19. Jahrhundert zurück: Wodka, der mit abgestandenem Eiweiß verquirlt wird. Dünner als ein Menschenhaar ist wiederum die darauf von Hand aufgetragene Goldschicht. Dennoch verschlang der Große Saal rund fünf Kilo davon. 300 Gramm gingen allein für die Vergoldung des acht Meter hohen Lüsters drauf, der aus 15000 Elementen aus Bergkristall besteht und erst kurz vor der Wiedereröffnung aufgehängt wurde.
Vor allem durch die Bühnenumbauten hat sich die Fläche des Theaters von ursprünglich 40 000 Quadratmetern jetzt nahezu verdoppelt. Neben der Hauptbühne gibt es ein neues Kammertheater im Untergeschoss, auch die während der Baumaßnahmen seit 2005 genutzte Ersatzspielstätte wird weiterbetrieben. Dank 2500 Betonpfeilern, die dreißig Meter tief in den morastigen Untergrund gerammt wurden, steht das Haus jetzt auch wieder auf sicheren Füßen. Die über 200 Jahre alten Holzpfähle, auf denen das Bolschoi ruhte, waren morsch und für die tonnenschwere Bühnentechnik der Moderne ohnehin nicht ausgelegt. Der Austausch gestaltete sich jedoch schwieriger als erwartet. Vor allem damit erklärte das Staatsfernsehen auch, dass sich die Bauzeit fast verdoppelt hat. Drei Jahre waren zunächst geplant. Auch die Kosten explodierten, Millionen, so heißt es, sollen in dunklen Kanälen versickert sein.
Heute verfügt das Bolschoi-Theater über 1.700 Zuschauerplätze und es arbeiten etwa 900 Schauspieler, Tänzer, Sänger und Musiker dort. Die Stars sind meistens auf Tournee in aller Welt unterwegs und daher selten in Moskau anzutreffen.
Ein Besuch des Bolschoi-Theaters gehört oft zum Programm eines Moskautouristen. Eintrittskarten für die oberen Ränge sind bereits ab etwa acht Euro zu bekommen. Kartenhändler vor dem Eingang verkaufen die Karten jedoch zu weit überteuerten Preisen, da die Veranstaltungen meist restlos ausverkauft sind.
Für eine grundlegende Renovierung und Restaurierung von Mitte 2005 bis Ende Oktober 2011 war das Bolschoi-Theater geschlossen. . Am 28. Oktober 2011 wurde das Haus wiedereröffnet
Wichtig: Dritten Gong nicht verpassen!
Die Zuschauer werden auf das Ende der Pause zwischen den Spielakten mit einem Gong hingewiesen. Spätestens nach dem dritten Gong-Zeichen sollte man an seinem Platz sein. Wer zu spät zurück kommt, wird den nächsten Spielakt im obersten Rang verbringen müssen, auch wenn man Karten für die besten Plätze hat.
Eine Abendgarderobe ist nicht Pflicht. Ein gepflegtes Äußeres ist aber wichtig. Jeans und Pullover sind kein Problem. Männer in kurzer Hose müssen dagegen draußen bleiben. Die Kleidung sollte mindestes sauber, ordentlich und anständig sein. Wer eine Vorstellung im Bolschoi Theater besucht, sollte damit rechnen, dass einige Zuschauer sich für dieses besondere Ereignis richtig schick machen werden.
Karten für das Bolschoi Theater
Karten für das Bolschoi Theater
Das Bolschoi Theater hat zwei Bühnen: die historische Hauptbühne und die Neue Bühne.
Der Kartenvorverkauf für die Hauptbühne startet zwei Monate vor der Vorstellung.
Der Kartenvorverkauf für die Neue Bühne startet drei Monate vor der Vorstellung.
Gekaufte Karten können nicht zurückgegeben werden. Eine Rückgabe ist nur bei Programmänderungen (aber nicht bei Darstellerwechsel!) möglich.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen